Antrag Minder im Ständerat für eine Abgabe auf Geschäftsfliegerei und Privatflüge ist Symbolpolitik

Die zahlreichen internationalen Firmen und Organisationen in der Schweiz wie auch die Leicht- und Sportaviatik erfüllen manigfache Aufgaben für die Gesellschaft. Auch der Bundesrat hat im Luftfahrtpolitischen Bericht 2016 erkannt, dass die allgemeine Luftfahrt von wesentlicher Bedeutung ist und ein wichtiger Motor der wirtschaftlichen und sportlichen Entwicklung ist.

Gemäss dem verabschiedeten Entwurf von Ständerat Minder sollen alle Flüge, die nicht von der Ticketabgabe erfasst werden und mit Flugzeugen, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden, mit einer Pauschalabgabe von CHF 500.- pro Flug belegt werden. Das würde bedeuten, dass Flüge der Aviatikvereine mit einer solchen Taxe belegt würden und damit in ihrer Existenz vor dem Aus stünden und keine Überlebenschance hätten. Das hiesse, dass jeder Segelflieger vor dem Schleppflug 500.- zahlen müsste, um starten zu dürfen.

Es darf dabei nicht ausser Acht gelassen werden, dass eben diese Aviatikvereine der allgemeinen Luftfahrt nach wie vor einen sehr erheblichen Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Trainingsbeitrag an den Nachwuchs und letztendlich den nationalen Pilotenbestand leisten. Diese Aufgaben könnten von den Vereinen nicht mehr wahrgenommen werden. Der allgemeine Luftfahrt kommt eine wichtige Aufgabe mit der Grund- und Erstausbildung von Piloten zu, jede Pilotenkarriere hat auf einem Kleinflugplatz auf einem Flugfeld oder Regionalflugplatz begonnen.

Die Ausbildung von Piloten und Luftfahrzeugmechanikern, welche die schweizerische Luftfahrtindustrie dringend benötigt und verzweifelt sucht, würde durch solche Massnahmen geradezu grobfahrlässig und bewusst untergraben. Sportliche Aktivitäten im Segelflug oder im Motorflug fördern zudem die Innovation und Entwicklung von neuen Systemen und Verfahren und bieten hochqualifizierten Mitarbeitenden wie Ingenieuren, Mechanikern und Piloten wertvolle Arbeitssplätze und sichert dem Bund, Kantonen und Gemeinden Steuereinnahmen.

Jetzt unter dem Deckmantel des Klimaschutzes die Wettbewerbsfähigkeit der allgemeinen Luftfahrt mit der Geschäftsluftfahrt und der Leicht- und Sportaviatik mit einer neuen Abgabe über diesen sinnlosen Vorstoss Minder, notabene völlig ohne Effekt auf das Klima zu schwächen, lehnt der Aero-Club der Schweiz entschieden ab. Lesen Sie dazu die im Ständerat geführte Debatte nach.

Alle diese wichtigen und wertschöpfenden Funktionen der allgemeinen Luftfahrt im Industrie- und Werkplatz Schweiz zugunsten einer populistischen Symbolpolitik zu opfern, lehnt der Aero-Club der Schweiz entschieden ab und fordert in der kommenden Lesung im Nationalrat die entsprechende Korrektur.

Nehmen Sie am 20. Oktober die Chance wahr, die der Luftfahrt positiv verbundenen Politiker ins eidgenössische Parlament zu wählen, die aktuelle Aero-Revue Ausgabe 9/2019, empfiehlt ihnen diese Volksvertreter.