Liberale Schweizer Modellfluggesetzgebung nicht gefährden

Unser AeCS Zentralpräsident Matthias Samuel Jauslin hat im Nationalrat eine Motion eingereicht.

Der Bundesrat wird beauftragt, den Betrieb von herkömmlichen Modellluftfahrzeugen vom Anwendungsbereich des bilateralen Luftverkehrsabkommens herauszunehmen und unter nationaler Gesetzgebung zu belassen.

Die EU erarbeitet derzeit umfangreiche Vorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge. lm Fokus dieser Regelungen ist der Betrieb unbemannter Drohnen. In Folge würden aber erhebliche Teile des herkömmlichen Modellfluges eingeschränkt, ohne dass dadurch die Sicherheit erhöht würde. Personen, die Modellflugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm betreiben, müssten sich alle 3 Jahre registrieren. Zudem wäre ein internetbasierter Wissenstest zu bestehen. Flüge mit Modellflugzeugen wären grundsätzlich auf eine maximale Höhe von 120 Meter über Grund beschränkt. Diese Regel würde zum Beispiel das Modellfliegen im Gebirge praktisch verunmöglichen. Die im Verordnungsentwurf vorgesehenen Ausnahmemöglichkeiten beschränken sich auf Aktivitäten innerhalb eines Vereins, was weitgehend unzureichend ist. Die neuen Vorschriften hätten auch einen erheblichen Mehraufwand für das Bazl zur Folge: es müsste ein Register für Modellflugpiloten führen und dieses beaufsichtigen. Das ist angesichts der konstant hohen Arbeitslast des Bazl und des anerkannt hohen Sicherheitsstandards beim Modellflug nicht opportun. Artikel 23 des bilateralen Luftverkehrsabkommens gibt der Schweiz die Möglichkeit, von der Übernahme der Vorschriften für den Betrieb von unbemannten Luftfahrzeuge abzusehen und die bewährten liberalen Regeln gemäss schweizerischem Recht beizubehalten.

Modellflug ist viel mehr als Hobby und Freizeitaktivität: Zunächst bietet er Jugendlichen Zugang zu Fliegerei und Technik. Darüber hinaus trägt er massgeblich zur Innovation in der Luftfahrt bei, sind doch die Entwicklung umweltschonender Elektromotoren oder Verbesserungen im Bereich der Aerodynamik massgeblich auf Versuche und Erkenntnisse aus dem Bau von Modellflugzeugen zurückzuführen. Zudem erscheint es höchst fragwürdig, wenn solche Freizeitaktivitäten einem komplizierten EU-Regelwerk unterworfen würden.

Weitere Informationen zur eingereichten Motion finden Sie hier.